Honterusmedaille beim Wiesenfest in Jaad verliehen

Wiesenfest in Jaad

Für seinen Einsatz um die Siebenbürger Sachsen wurde Dr. Vasile Dîncu im Rahmen des Wiesenfest in Jaad/Livezile mit der Honterusmedaille ausgezeichnet. Insbesondere für den Einsatz um die Finanzierung der Notsicherungsmaßnahmen nach den beiden Kirchturmeinstürzen in Rothbach und Radeln hat sich der damalige stellvertretende Ministerpräsident und Minister für regionale Entwicklung und die öffentlichen Verwaltung im Kabinett Cioloș verdient gemacht. Als das architektonische Erbe der Siebenbürger Sachsen nach den Zusammenbrüchen der Kirchtürme von Rothbach und Radeln stark gelitten hat, hat der damalige Minister für Regionale Entwicklung sofort Maßnahmen zur Finanzierung und Durchführung von Rettungsmaßnahmen durch staatliche Stellen eingeleitet“, sagte Martin Bottesch.

Als Ausdruck unserer Anerkennung und Dankbarkeit verleihen wir die Honterusmedaille, in einem besonderen Jahr für die sächsische Gemeinschaft, denn wir feiern 500 Jahre lutherische Reformation, die in Siebenbürgen friedlich verlaufen ist, was gezeigt hat, dass diese Region von Toleranz und gegenseitigem Verständnis geprägt ist, europäischen Werten, für die sich Dr. Vasile Dîncu stets eingesetzt hat“, so der Vorsitzende des Siebenbürgenforums zum Abschluss seiner Lobrede.→ weiterlesen

Deutsche Kulturtage in Schäßburg

Am kommenden Wochenende, vom 9. bis 11. Juni finden in Schäßburg die deutschen Kulturtage statt. In diesem Jahr stehen sie unter dem Motto: „Die Lutherische Reformation im Raum Schäßburg“. Beginn der Veranstaltung ist am Freitag um 15.30 Uhr, dann werden die Ehrengäste am Sitz des Schäßburger Forums empfangen. Die Eröffnung der Kulturtage findet ab 16 Uhr mit einem Auftritt der Burgspatzen statt, auf welche die Grußworte der Ehrengäste im Sandersaal folgen.

Ab 17 Uhr spricht dann Thomas Șindilariu zum Thema „500 Jahre Reformation – 475 Jahre Reformation in Siebenbürgen“. In diesem Rahmen wird auch die Ausstellung „Reformation in östlichen Europa – Siebenbürgen“ eröffnet. Zum Abschluss des ersten Tages folgen ab 18.30 Uhr Schülerbeiträge zum Thema „Schüler reden über Luther“.

Der zweite Tag, Samstag, beginnt ab 15.30 Uhr mit dem Vortrag „Die Reformation in Schäßburg und Umgebung“ von Professor Hermann Pitters. Nach einem musikalischen Intermezzo mit Eduard Suciu folgt der Vortrag „Reformation und Ökumene, ein zeitgemäßer Blick auf das reformatorische Erbe?“ von Stadtpfarrer Bruno Fröhlich. Zum Abschluss das Tages gibt es ein Programm mit der Singgruppe „Sälwerfädem“.

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit dem Gottesdienst in der Klosterkirche und einer anschließenden Vorstellung des Buches „Die Altäre in der Schäßburger Bergkirche“ von Pfarrer i.R. Erwin Binder. Ab 14 Uhr marschieren die Trachtengruppen mit Blasmusik der Kapelle „Schäßburger Brass“ auf und es gibt Tanzvorführungen am Burgplatz mit Tanzgruppen aus Hermannstadt/Sibiu, Mühlbach/Sebeș und Schäßburg. Ab 18 Uhr Enden die Schäßburger deutschen Kulturtage im Schänzchen.

Bericht des Vorsitzers vom 1. April 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

mein Bericht bezieht sich auf die viereinhalb Monate, die seit der letzten Vertreterversammlung vom 12. November 2016 vergangen sind. Das erste für uns bedeutende Ereignis in dieser Zeit waren die Parlamentswahlen vom 11. Dezember 2016 mit dem positiven Ergebnis, dass unser bisheriger Abgeordneter, Ovidiu Gant, wiedergewählt wurde.

Die Statistik des Siebenbürgenforums vom Jahresende erfasst 2601 Vollmitglieder, zu denen 201 Mitglieder des Deutschen Jugendverbands Siebenbürgen und 270 Sympathisanten hinzukommen. Die Mitgliederzahl des Siebenbürgenforums ist in den letzten drei Jahren ungefähr konstant geblieben, die Zahl der Zentrumsforen ebenfalls. Gegen Ende des Jahres 2016 gab es Gespräche mit den Vertretern des Zentrumsforums Broos, um zu klären, ob sich dieses Forum auflöst oder nicht, da es in letzter Zeit inaktiv gewesen war. In einer Versammlung vor Weihnachten wurde dann in Broos beschlossen, das Zentrumsforum doch nicht aufzulösen.→ weiterlesen

Sachsentreffen lässt Reener Ländchen leben

„Mit Mut und Rat auch in der Tat“

Die gotische Kirche strahlt, geschmückt wie eine Braut, die auf ihren Bräutigam wartet: vollbesetzte Bänke, Trachtenhüte, Zöpfe mit bunten Bändern geschmückt, von der Empore hängt stolz die Siebenbürgen-Fahne. Es ist ein besonderer Tag, der das nordsiebenbürgische Städtchen Sächsisch-Regen/Reghin am 24. September aufblühen und leuchten lässt. Zum 26. Sachsentreffen bevölkern schmucke Trachten die Straßen, Blasmusik- und Tanzgruppen erobern den Marktplatz. Es ist mehr als ein fröhliches Volksfest, mehr als nur ein Wiedersehen der Siebenbürger Sachsen in der alten Heimat, mehr als ein jährliches Kulturspektakel. Sondern Zeugnis eines seltenen, ja vielleicht einzigartigen Phänomens: der ungebrochenen Verbundenheit einer seit über 26 Jahren in alle Windrichtungen verstreuten Gemeinschaft, die über das prophezeite Ende ihrer Geschichte einfach hinwegschreitet.

„Mit Mut und Rat auch in der Tat“ war das Motto des diesjährigen Sachsentreffens, zu dem sich etwa 2000 Gäste aus Rumänien, Deutschland und Österreich einfanden – in einem sonnigen Sächsisch-Regen, dem Namen zum Trotz. Wie immer beginnt der Tag mit einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche, gefolgt vom Aufmarsch der Trachtengruppen. Neben den Vertretern des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), der Verbände und Heimatortsgemeinschaften aus Deutschland und Österreich, ehrten auch Gäste aus Politik und Diplomatie das Fest: der stellvertretende Premierminister Vasile Dâncu, der deutsche Botschafter Werner Hans Lauk, sein österreichischer Amtskollege Mag. Gerhard Reiweger, der Bundestagsabgeordnete Dr. Christoph Bergner, die Hermannstädter Bürgermeisterin Astrid Fodor und ihre Regener Amtskollegin Maria Precup.→ weiterlesen

Sachsentreffen wurde in Mediasch gefeiert

Die 25. Auflage des Sachsentreffens fand vergangenen Samstag erstmalig in Mediasch statt. Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich auch heuer Siebenbürger Sachsen aus allen Himmelsrichtungen, um das gemeinsame Fest zu begehen, einem reichhaltigen Programm beizuwohnen und sich gemütlich auf den Terrassen in der Mediascher Altstadt auszutauschen. Das Motto „Schule – gestern, heute, morgen“, welches das Siebenbürgenforum dem diesjährigen Sachsentreffen gegeben hatte, stand heuer im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zahlreiche Schulen und Lyzeen sowie Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche gestalteten das Programm mit und beteiligten sich wie immer mit Kulturdarbietungen.

Frühmorgens reisten am Samstag die Mitglieder der Kulturgruppen oder Handarbeitskreise und zahlreiche Ehrengäste bereits nach Mediasch an. Reges Leben kam auf den Hauptplatz, als die Gäste sich zu den Infoständen begaben, um Abzeichen und Programme zu kaufen und die Mitglieder der Handarbeitskreise und Verlage ihre Stände einzurichten begannen. Die verschiedenen Tanz- oder Theatergruppen begaben sich zum Umkleiden und die Chöre oder Blaskapellen bereiteten sich auf ihre Auftritte vor. Nach dem Festgottesdienst in der Margarethenkirche fand eben hier die Vernissage der Ausstellung „Kuratoren unserer Kirche“ von Friedrich Philippi statt und für Musikliebhaber bot der Klausenburger Chor „Viva la Musica“ ein Konzert an. Die Wanderausstellung „Die deutsche Minderheit in Rumänien“ war in den Ausstellungsräumen des Schullerhauses zu sehen.→ weiterlesen

Sachsentreffen wurde in Mühlbach gefeiert

„Wir sind hier”

Selten war die Mühlbacher Stadtpfarrkirche so voll wie an diesem Tag. Überall schmucke Spitzenhäubchen, Stickhemden, Bauernzöpfe und bunte Bänderdas Sachsentreffen. Als die Stimmen sich zum Halleluja erheben, begleitet von der gewaltigen Orgel, erbebt das Kirchenschiff in vereintem Klang. Er unterstreicht die kraftvolle Botschaft der Menschen, die sich hier zum 24. Sachsentreffen, erstmals in Mühlbach/Sebeş abgehalten, unter dem Motto „Wir sind hier” versammelt haben.

Gemeinsamkeit und Sorge füreinander tragen ist auch das Thema der Predigt von Dechant Wünsch und der Ansprache von Pfarrer Dahinten. Der Bischof der evangelischen Landeskirche A.B., Reinhart Guib, freut sich über die rege Teilnahme selbst nach 24 Jahren: Die Sachsengeschichte ist nicht zu Ende mit der Auswanderung, die alte Heimat nicht vergessen. Seine Frage, „Gibt es Hoffnung, dass viele uns auch hier in Zukunft zur Seite stehen?”, unterstreicht er mit einem Angebot: Die evangelische Landeskirche A. B. bietet ausgewanderten Sachsen die Zweitkirchenmitgliedschaft an, in Absprache mit den evangelischen Kirchen in Deutschland und Österreich könne man sie in der Heimatgemeinde anmelden. Der starke Gemeinschaftsssinn der Siebenbürger Sachsen zeigt sich aber auch in der Vernetzung der Institutionen: die Kirche und das Forum. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR), so der Bischof, gab auch der Kirche stets ein Sprachrohr. Beispiele sind Projekte wie „Glauben und Gedenken” zum Anlass der Heimatvertriebenen 1944, oder „Entdecke die Seele Siebenbürgens”, das sich an Rumänen sowie an ausländische Reiseveranstalter wendet und die Gründung der Kirchenburgenstiftung, die zwei Staatspräsidenten als Schirmherrn gewinnen konnte: Joachim Gauck und Traian Băsescu. Solidarität verlangt auch das gemeinsame Schwerpunktthema 2015 zum „Jahr der Bildung”: Ziel ist, sich für ein hohes Niveau der deutschsprachigen Schulen und Studiengänge einzusetzen.

Dem Festgottesdienst folgten zahlreiche Veranstaltungen für die in- und ausländischen Besucher: Kirchenführung, Stadtführung, musikalische Darbietungen des Bläsertrios „Trio Pastores” und der Gesangsgruppe „Sälwerfäddem”, ein prächtiger Trachtenumzug und Tänze im abgesperrten Stadtzentrum. Für einen Tag verwandelte sich Mühlbach in ein brodelndes, fröhliches Volksfest. Beim Festakt im Kulturhaus, moderiert vom Vorsitzenden des Siebenbürgenforums Martin Bottesch, betonte der deutsche Botschafter Werner Hans Lauk, die Solidarität der Siebenbürger Sachsen über die Landesgrenzen hinaus sei keine Selbstverständlichkeit. Bräuche, Kultur und steinerne Zeugen ihrer Vergangenheit seien trotz der Verstreutheit ihrer Mitglieder in alle Welt hier lebendig geblieben. Zu würdigen auch der historisch bedingte Einsatz für die Allgemeinbildung: Die Tradition deutscher Schulen – längst auch offen für die rumänische Bevölkerung – erfreue sich hoher Nachfrage. Die Botschaft wolle das Engagement zur Erhaltung des Niveaus des deutschsprachigen Unterrichts nach Kräften unterstützen.

Spürbare Dynamik für die Zukunft

MdB Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, übermittelte die Grüße von Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière und betonte die Brückenfunktion der deutschen Minderheit aus Rumänien. „Wir sind hier”, sei nicht nur selbstbewusstes Bekenntnis, sondern auch ein Weckruf nach Berlin und Bukarest. Man spüre die Dynamik dieser Volksgruppe für die Zukunft, bei der Heimatgefühl, Identität und Glaube in einer ausgewogenen Balance zueinander stehen, meint Koschyk. So wolle man gerne zurückrufen: „Und wir an Ihrer Seite!” In Bezug auf die Präsidentschaftskandidatur des Hermannstädter Bürgermeisters Klaus Johannis verwies Koschyk auf das Beispiel des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, der der slawischen Minderheit der Sorben angehöre – für die Deutschen kein Problem, sondern gelebte Normalität in einem modernen Europa. So sei auch die Unterstützung der Kandidatur von Johannis seitens rumänischer Bürger ein Zeichen in diese Richtung. MdB Dr. Bernd Fabritius betonte, das Motto „Wir sind hier” sei eine der stärksten Feststellungen der letzten Zeit. Er fühle sich bemüßigt, zu bestärken: „Und wie wir hier sind!” Die Kandidatur von Johannis sei ein historischer Augenblick – Zeit, in Rumänien wieder Verantwortung zu übernehmen.

Der hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann betrachtet die Kandidatur von Johannis als zusätzliches Atout für das Image Rumäniens. „Ich werde in Deutschland oft gefragt, wie es denn in Rumänien so läuft”, illustriert er. „Wenn ich dann sage: ‚Der Bürgermeister von Hermannstadt kandidiert als Präsident’, kommt als Antwort: ‚Na, dann ist ja alles gut!’” Die hoffnungsvollen Aussagen im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen unterstrich der Abgeordnete im rumänischen Parlament Ovidiu Ganţ mit der „Überraschung”, der Tag sei ein dreifach symbolischer: 24. Sachsentreffen, 25jähriges DFDR-Jubiläum, „und ausgerechnet heute hat der Hermannstädter Bürgermeister Klaus Werner Johannis seine Kandidatur zum Präsidenten Rumäniens mit über 2 Millionen Unterschriften eingereicht.”

Eine 25-jährige Erfolgsgeschichte

Auf das Motto „Wir sind hier” ging DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa in einer rhetorisch brillianten Rede ein: Wer sind WIR, wo ist HIER? Das WIR war früher leicht zu definieren: die deutsche Gemeinschaft in Rumänien im Vergleich zu den anderen, den Rumänen, Ungarn, Roma… Doch allen Unkenrufen zum Trotz sei man auch nach der Auswanderung eine Gemeinschaft geblieben, habe das Sachsentum nicht an der Grenze abgegeben. Das neue WIR schließt nun das Phänomen einst ausgewanderter Wiederkehrer ein, aber auch die hier lebenden Deutschen, Österreicher oder Schweizer. Und weil das WIR eine lange Tradition der Aufnahme neuer Teilnehmer hat, so Józsa, sind auch die Schüler der deutschen Schulen und Tanzgruppen Teil dieses neuen WIR.
Zum HIER, auch im zeitlichen Sinne, sei in 25-jähriger Forumsarbeit erreicht worden, was zuvor niemand zu träumen gewagt hatte. „Wir sind be- und geachtete Ansprechpartner in Rumänien, haben Bürgermeister und Lokalräte, einen Abgeordneten im rumänischen Parlament und einen im Bundestag, und nun einen Präsidentschaftskandidaten.” Kirche und HOG setzen sich erfolgreich für die Bewahrung des Kulturguts ein. Resümee: Die 25 Jahre waren nicht verloren, sondern eine Erfolgsgeschichte sondergleichen.

Besondere Verdienste

Der Mühlbacher Bürgermeister Adrian Alexandru Dăncilă dankte vor allem Ovidiu Ganţ wegen seiner Unterstützung bei der Niederlassung von Daimler, was bedeutende Investitionen für die Stadt bedeutete. Mühlbach sei aktuell laut „Ziarul financiar” an die vierte Stelle betreffend EU-Investitionen pro Einwohner aufgerückt. Mit dem goldenen Ehrenwappen des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland wurden der Bürgermeister von Schönau, Ioan Horşia, und Hans Gärtner, Vorsitzender der HOG Schönau und Bundesvorsitzender der Heimatortsgemeinschaften, ausgezeichnet. Zur 600-Jahr-Feier in Schönau wurde gemeinsam mit den heute rumänischen Bewohnern eine Ortsmonografie herausgegeben, die sächsischen ehemaligen Einwohner von den rumänischen Besitzern in ihre alten Häuser eingeladen, um dort zu wohnen. Eine Bereicherung für beide Seiten – ein Beispiel, das Schule machen sollte. Gärtner betonte, sich generell um eine stärkere Präsenz der HOGs in Rumänien einsetzen zu wollen.

Krönender Abschluss war die Verleihung der Honterusmedaille an den DFDR-Vorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr durch das Siebenbürgenforum. Die Laudatio hielt Hans Klein. Porr, der die Medaille seinerzeit konzipiert und die Auszeichnung ins Leben gerufen hatte, konnte jedoch in den 18 Jahren, in denen er als Vorsitzender des Siebenbürgenforums amtierte, selbst nicht ausgezeichnet werden. Die längst überfällige Verleihung wurde mit langjährigem, vielfältigem Engagement begründet. Der Mediziner und Forscher blickt nicht nur auf eine beachtliche Fachkarriere zurück – 34 Bücher, Kongresse und Publikationen, seit 2006 Chefarzt der medizinischen Klinik in Hermannstadt, sondern findet neben Familie und Beruf auch noch Zeit für seine Tätigkeiten als Kreisratsmitglied und als Vorsitzender der rumänisch-deutschen Kulturgesellschaft. Nachdem Bischof Guib die vorbehaltlose Zustimmung des Landeskonsistoriums zur Verleihung der Medaille mitgeteilt hatte, applaudierte das Publikum mit „standing Ovations”. Auch eine Art zu zeigen: „Wir sind hier“.

[Aus der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, geschrieben von Nina May]

Sachsentreffen fand in Schäßburg statt

„Kulturerbe – Gabe und Aufgabe“

Schäßburg ist die einzige von Siebenbürger Sachsen geprägte Stadt, deren Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Nach dem Beschluss des Siebenbürgenforums, das seit 1990 alljährlich im September veranstaltete Fest der in Siebenbürgen verbliebenen Sachsen und ihrer Freunde in dieser Stadt auszutragen, lag es auf der Hand, das Kulturerbe in den Mittelpunkt zu stellen. Auf das Bewahren des Kulturerbes aber auch auf die Semantik der beiden ins Motto „Kulturerbe – Gabe und Aufgabe“ aufgenommenen Begriffe, gingen die Redner im Gottesdienst und der Festveranstaltung ein. Mit der Honterus-Medaille gewürdigt wurde eine Persönlichkeit, die sich um den Erhalt des Kulturerbes besonders verdient gemacht hat. Der Nieselregen und die Kälte hinderten jedoch viele der Festteilnehmer daran, die Sehenswürdigkeiten der Altstadt auch zu besichtigen und auch der Trachtenaufmarsch der Tanzgruppen und deren Darbietungen am Burgplatz konnten nicht richtig zur Geltung kommen. Das Siebenbürgen- und das Schäßburger Forum verdienen jedoch Lob für das Organisieren des schönen Festes mit vielseitigem und reichhaltigem Angebot.→ weiterlesen

Sachsentreffen kehrt nach Birthälm zurück

Was macht eigentlich das Sachsentreffen aus? Ist es die Verleihung der Honterus-Medaille? Tut es der Tanzgruppenaufmarsch? Spielen die Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen, Basar, Getue und Getümmel eine wichtige Rolle? Gewiss. Doch viel entscheidender ist, wie die Amerikaner es sagen würden, „location, location, location“. Nach zwei Jahren freiwilligen Exils kehrte das 22. Sachsentreffen nach Birthälm/Biertan, in den Schatten der alten Bischofsburg, zurück.

Es ist der frühe Morgen des 22. Septembers. Die Luft ist kalt, doch die Sonne lässt bereits auf einen schönen, warmen Tag schließen. Die Organisatoren sind gereizt und unausgeschlafen. Bei der Vorbereitung gab es Probleme: solche, die sich jedes Mal wiederholen, und andere, mit denen man nicht rechnen konnte. Doch bewältigt wurden sie wie üblich alle. Der große Gemeindeplatz ist noch leer, die Kirchenburg liegt still und in der Kirche selbst warten die Bänke auf die ungewöhnlich große Gottesdienstgemeinde.→ weiterlesen