Siebenbürgischer Lehrertag 2010

Durchgängige sprachliche Förderung
20. Siebenbürgischer Lehrertag fand am Samstag in Mediasch statt

 

Eine Kinder-Singgruppe unter der Leitung von Edith Toth eröffnete mit „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch als Musiktheater am vergangenen Samstag im Mediascher Traube-Saal die Tagung des 20. Siebenbürgischen Lehrertags, der das Schwerpunkttehma „Förderung der Sprachkompetenzen“ hatte.

 

Begrüßt wurden von Helmine Pop, Leiterin der Siebenbürgischen Schulkommission, 198 Teilnehmer aus neun Kreisen des Landes. Ein Grußwort sprachen die Vizebürgermeisterin von Mediasch, Floarea Taropa, und der Leiter des Stephan-Ludwig-Roth-Lyzeums, Dorin Chira, welche die Teilnehmer in der Stadt und in der Schule willkommen hießen.

 

Das Einführungsreferat zum Thema des Tages, „Förderung der Sprachkompetenzen“, hielt Christiane Cosmatu, Ministerialrätin im rumänischen Unterrichtsministerium. Ausgehend vom Begriff Bildungssprache formulierte sie die Aufgabe der Schule wie folgt: das vorhandene Potential systematisch zu erweitern und zu differenzieren, so dass Fachunterricht überhaupt möglich wird. Sprache sei Aufgabe jedes Faches und Fachlernen gleichermaßen Sprache lernen. Lehrer sollten Probleme identifizieren können und in der Aus- und Fortbildung lernen, wie die Lösungen dafür zu finden sind. Unterstrichen wurde, dass Kindergärten und Grundschulen bei der Entwicklung der Bildungssprache eine wichtige Rolle spielen, weil da die Kinder erst in die Lage gebracht werden, dem Unterricht im Gymnasium und im Lyzeum zu folgen. Ziel der Arbeit beim Lehrertag sollte sein, konzeptionelle Ansätze und Beispiele aus der Praxis für eine durchgängige sprachliche Förderung vom Kindergarten bis zum Lyzeum zu sammeln.

 

In sieben Gruppen wurde dieses Ziel verfolgt: 23 Erzieherinnen arbeiteten unter der Leitung von Gabi Busa, 45 Grundschullehrerinnen mit Adriana Hermann und Tita Mihaiu. 58 Deutschlehrer teilten sich auf Gruppe 1, geleitet von Cristina Drescan, und Gruppe 2, geleitet von Andrea Szasz und Friedel Seidel, auf. Die 40 Fachlehrer arbeiteten ebenfalls in zwei Gruppen, mit Helene Wolf und Marius Gota in der einen, unter der Leitung von Doris Birk und Sorana Paraian in der anderen. Die Gruppenarbeit der 19 Schüler wurde von Sabine Morres koordiniert. In den Gruppen hatte man sich Fragen zur Sprachkompetenz gestellt, sich mit Theorie, Praxisbeispielen, Ergebnissen von Umfragen und Studien befasst und für die identifizierten Probleme Lösungsvorschläge gesammelt.

 

Für die Präsentation der Ergebnisse im Plenum wurden Plakate, Power-Point-Präsentationen und szenische Darstellungen verwendet, die Redner zeigten mehr oder weniger gute Sprach- und präsentationstechnische Kompetenzen.

 

Adriana Hermann, erschienen am 22. Oktober 2010 in der Hermannstädter Zeitung