Schulstatistik 2009/2010

Anmerkungen zur Schulstatistik 2009/2010

 

Die Daten für die Schulstatistik wurden wie in den vergangenen Jahren von Andrey Kolobov zusammen getragen.

In der diesjährigen Schulstatistik für Siebenbürgen sind 86 Kindergärten, 46 Allgemeinschulen und 13 Lyzeen erfasst.

 

1. Kindergärten

 

Die Zahl der Kindergärten mit deutschen Gruppen, die in der Statistik erfasst sind, ist in diesem Jahr gesunken. Die Kindergärten aus Sfantu Gheorghe; Nr. 5, Calimero und Pinocchio aus Hermannstadt (Sibiu); Nr 14 aus Mediasch (Mediaş); Nr 2 aus Reußmarkt (Miercurea Sibiului); Nr 3 aus Hunedoara haben entweder keine Daten geschickt oder keine deutschsprachigen Gruppen. Die Zahl der erfassten Gruppen ist von 154 auf 129 gesunken, die Zahl der Kindergartenkinder von 3.228 auf 2.831. Es ist zu bemerken, dass einige Kindergärten trotz wiederholten Versuchen nicht erreicht werden konnten und die verlangten Daten nicht geschickt haben. Daher bitte ich die Mitglieder der Schulkommission für das nächste Jahr um Hilfe, damit die Statistik möglichst genau ist, zumal nur so die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig getroffen werden können.

 

2. Allgemeinschulen

 

Die Zahl der Allgemeinschulen ist im Vergleich zum vergangenen Jahr gleich geblieben, aber die Zahl der Schüler ist von 5.480 auf 6.091 gestiegen. Dabei kann man in der Grundstufe ein starkes Anwachsen bemerken, wobei in den Klassen V-VIII die Schülerzahl leicht gesunken ist. Dieser Rückgang ist besorgniserregend, da vielen Schulen das Auflösen der deutschen Klassen droht, da in sehr wenigen Schulen die Schülerzahl 20 pro Klasse erreicht oder überschritten wird. Besonders gefährdet sind Klassen mit unter 10 Schülern, in Schulen aus Mühlbach (Sebeş), Petersdorf (Petreşti), Burgberg (Vurpăr), Elisabethstadt (Dumbrăveni), Freck (Avrig), Neudorf (Nou), Schellenberg (Şelimbar), Botsch (Batoş), Nadesch (Nadeş), Viktoriastadt (Oraşul Victoria), Nussbach (Măierus), Broos (Orăştie), Eisenmarkt (Hunedoara). Es fehlt weiter und immer mehr an sprachlich und fachlich kompetenten Lehrkräften. Die bevorstehenden Lohnkürzungen werden sicher dazu beitragen, dass dieser Mangel sich verschärft.

 

In 19 Ortschaften gibt es Schulen ohne Gymnasialstufe. Es ist eine mehr als im Vorjahr (Şinca Nouă). Da die Schüler aus diesen Ortschaften ab Klasse V pendeln müssen und oft einen weiten Weg zur Schule haben, entschließen sich leider die Eltern oft, ihre Kinder in die rumänischen Klassen zu schicken. So gehen den deutschsprachigen Klassen Schüler verloren. In diesem Jahr waren es 45, also 6 mehr als im Vorjahr.

 

In vielen Dörfern ist die Schüleranzahl so klein, dass in der Grundschule simultan unterrichtet wird. Die Zahl der auf Deutsch unterrichteten Fächer schwankt sehr stark. Soll man den angegeben Daten Glauben schenken, so ist 10 die Höchstzahl (im Vorjahr 12) und 1 die kleinste Zahl. Ein Fach auf Deutsch (also kein Fachunterricht in deutscher Sprache) wird in Viktoriastadt und Rosenau (Râşnov) unterrichtet, 2 Fächer in Heltau (Cisnădie), Karlsburg (Alba Iulia), Reps (Rupea). In der Schiller-Schule in Neumarkt (Târgu Mureş) gibt es in diesem Jahr keine 8. Klasse, so dass die Existenz der 9. Klasse am Papiu-Lyzeum gefährdet ist.

 

3. Lyzeen

 

In den 13 Lyzeen mit deutscher Abteilung lernen in diesem Schuljahr 2067 Schüler (um 5 weniger als im Vorjahr). Die Schülerzahl schwankt zwischen 21 (Sf. Iosif, Karlsburg) und 458 (Brukenthal). In Karlsburg gibt es keine IX., im Dna Stanca Fogarasch keine X., im Energetic Hermannstadt keine XII. Klasse. Ach die Schüleranzahl pro Jahrgang ist unterschiedlich: 9 Schüler in Fogarasch XI 10 Schüler (Decebal Deva X, Neumarkt X), aber auch 117 (Brukenthal XII. Die Schule in Karlsburg hat in allen Jahrgängen unter 10 Schülern, ist aber als Privatschule wohl nicht von den neuesten Maßnahmen der Regierung betroffen.

 

Von den 632 Schülern der 8. Klasse aus dem Vorjahr fanden 554 Aufnahme in eine deutsche Lyzeumsklasse. Das heißt, dass 78 Schüler weiter an rumänischen Schulen lernen. Ein Grund dürfte die Entfernung zum Heimatort sein, ein anderer die schwache Vorbereitung dieser Schüler, aber sicherlich auch der Lehrermangel an unseren deutschen Lyzeen und die mangelnde Qualität des Unterrichts. Die Anzahl der auf Deutsch unterrichteten Fächer schwankt auch im Lyzeum zwischen 1 und 15 (wobei die Schüler der Klasse 10 nur 16 Fächer haben. Rumänisch und die Fremdsprachen werden wohl nicht auf Deutsch unterrichtet, oder?)

 

Es muss hinzugefügt werden, dass die Daten für die Schulstatistik sehr schwer zusammengetragen werden konnten. Vor allem Angaben zu Fächern, die in Deutsch unterrichtet werden oder Anzahl der Gruppen im Kindergarten, sind ungenau und oberflächlich angegeben. Ich bitte die Mitglieder der Schulkommission um mehr Hilfe für das nächste Schuljahr.

 

Helmine Pop